Der WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) ist der Labortestzyklus zur Genehmigung des Verbrauchs/der Emissionen von Leichtfahrzeugen. Seit September 2017 ersetzt es den alten NEFZ (1980).
Unterschiede zwischen WLTP und NEFZ
- Testdauer: 30 Minuten (im Vergleich zu 20 Minuten im NEFZ)
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 46 km/h (im Vergleich zu 34)
- Höchstgeschwindigkeit: 131 km/h (im Vergleich zu 120)
- Realistischer → angegebener Verbrauch 15-25 % höher
WLTP und RDE
WLTP ist im Labor. RDE (Real Driving Emissions) misst reale Straßenemissionen mit tragbaren PEMS – sogar noch strenger. Zusammen haben sie die Hersteller zu aggressiveren Anti-Emissions-Systemen (mehr SCR/AGR/DPF) gezwungen.
Auswirkungen auf das Chiptuning
WLTP/RDE-Autos haben eine „sorgfältigere“ ECU-Kalibrierung, um die Tests zu bestehen → höhere Tuning-Spielräume, da der Motor im Werk abgedrosselt wird.
WLTP und RDE zusammen
Der WLTP misst Verbrauch und Emissionen im Labor mit einem längeren, schnelleren und genaueren Zyklus realistischer als der alte NEFZ, während der RDE-Test sie auf der realen Straße mit einem tragbaren Analysegerät überprüft. Die Kombination dieser beiden Faktoren macht es viel schwieriger, „für den Test zu optimieren“ und zwingt die Hersteller dazu, dafür zu sorgen, dass die Abgasreinigungssysteme unter allen Fahrbedingungen gut funktionieren.
Auswirkungen auf die Tuning-Spielräume
Um innerhalb dieser Grenzen zu bleiben, werden die Motoren standardmäßig auf konservative Weise kalibriert, sodass oft Spielräume übrig bleiben, die durch eine gut durchgeführte Neuzuordnung ausgenutzt werden können. Gleichzeitig erhöht die größere Komplexität (SCR, AGR, DPF/GPF, mehr Sensoren) die Fehlerquellen und damit die Zahl der Hilfeanfragen. Durch die richtige Abstimmung werden Leistung und Fahrverhalten verbessert, ohne die Einhaltung der für den Straßenverkehr erforderlichen Emissionssysteme zu beeinträchtigen.
Fazit für die Werkstatt
Für den Kunden zählt das Ergebnis; Für die Werkstatt ist es wichtig zu verstehen, warum es einen Spielraum gibt: Die umsichtige Kalibrierung, die zur Überschreitung von WLTP und RDE vorgeschrieben ist, lässt Raum für eine gut durchgeführte Optimierung. Gleichzeitig kommt es aufgrund der Komplexität der Emissionssysteme häufiger zu Pannen und Hilfeanfragen. Die richtige Abstimmung vergrößert diesen Spielraum, indem sie das Fahrverhalten und die Leistung verbessert, ohne die für den Straßenverkehr vorgesehenen Abgasreinigungssysteme zu verändern.
